Deklaration der erhobenen Daten

Bei der Veröffentlichung einer App in beiden Stores muss ein umfangreicher Fragebogen dazu ausgefüllt werden, welche Daten erhoben und wofür sie verwendet werden. Das kommt natürlich zusätzlich zur Pflicht, einen Link zur Datenschutzerklärung anzugeben. Ziel ist es, dass Nutzer relativ leicht nachvollziehen können, welche ihrer Daten erhoben werden und warum.

Apple nennt dieses Feature „Privacy Nutrition Labels" und spielt damit darauf an, dass die Einschätzung von Umfang und Art der genutzten Nutzerdaten jetzt genauso einfach sein soll wie das Ablesen der Nährwertangaben auf einem Lebensmittel.

Auf den Veröffentlichungsseiten im App Store sieht das so aus:

Datenschutzeinstellungen in App Store Connect
Das ist die erste Seite des Fragebogens für das Feld „Name" — ein Feld aus dem Abschnitt „Kontaktinformationen".

Am Ende wird für den Nutzer eine Information in etwa dieser Form erzeugt:

So sehen die Privacy Nutrition Labels für den Nutzer aus

Bei Google Play sehen diese Seiten so aus:

Datenschutzeinstellung in Google Play
Datenschutzeinstellung in Google Play
So sehen die Datenschutzeinstellungen für Android-Nutzer aus
So sehen die Datenschutzeinstellungen für Android-Nutzer aus

Längere Wartezeiten bei der Veröffentlichung

Ein Artikel auf Techcrunch, der sich auf den Analyseanbieter Appfigures beruft, berichtet, dass die Zahl der App-Veröffentlichungen in beiden Stores im ersten Quartal 2026 im Jahresvergleich um 60% gestiegen ist.

Quartalsweise Anzahl der Veröffentlichungen von Apps und Spielen im App Store und bei Google Play laut Appfigures
Quartalsweise Anzahl der Veröffentlichungen von Apps und Spielen im App Store und bei Google Play laut Appfigures

So beeindruckend das Wachstum auch ist — ein weiterer Artikel von Appfigures aus Ende 2025 zeigt, dass es ähnliche Aktivitätsschübe bereits 2015-2016 gab.

Anzahl der Veröffentlichungen im App Store nach Jahren laut Appfigures
Anzahl der Veröffentlichungen im App Store nach Jahren laut Appfigures

Sollte sich dieser Trend allerdings fortsetzen, könnte dieser zehn Jahre alte Rekord durchaus gebrochen werden.

Der Einfluss von KI auf diese Statistik ist vermutlich in zwei Richtungen recht groß:

  • Es sind viele Apps entstanden, die im Hintergrund KI nutzen und deren Umsetzung vorher schlicht nicht möglich war;
  • Die technische Entwicklung mobiler Apps ist durch den Einsatz von KI beim Coden, im Design und in anderen Bereichen schneller geworden. In derselben Zeitspanne lassen sich dadurch mehr Apps entwickeln.

Vermutlich hat sich durch die gestiegene Zahl neuer Apps sowohl im App Store als auch bei Google Play die Review-Geschwindigkeit deutlich verlangsamt. Keiner der beiden Stores veröffentlicht diese Zahlen öffentlich in Echtzeit, aber meinen Beobachtungen und zahlreichen Berichten auf einschlägigen Foren zufolge kann die Prüfung durchaus 10 Tage oder länger dauern.

Auch wenn Apple auf seiner Website angibt, dass 90% der Apps in weniger als 24 Stunden geprüft werden, sollte man für diesen Prozess besser 2 Wochen einplanen.

Auch bei Google gab es Änderungen. Seit August 2023 verlangt Google zur Verifizierung eines Unternehmenskontos eine D-U-N-S-Nummer. Fairerweise sei erwähnt, dass Apple diese Anforderung schon seit 2012 hat. Für die Registrierung als Privatperson verlangt Google Scans von Ausweisdokumenten und einem Adressnachweis. Die Kontoverifizierung dauert etwa eine Woche.

Wenn Sie zudem ein Konto als Privatperson haben, verlangt Google seit demselben Jahr 2023, dass die App einen 14-tägigen geschlossenen Test mit 20 Testern durchläuft. Diese Zahl wurde später auf 12 reduziert. Das heißt, eine Privatperson muss allein rund 3 Wochen einplanen, bevor die App überhaupt zur Prüfung bei Google eingereicht werden kann. Google nennt als Ziel dieser Neuerungen ausdrücklich die Reduzierung minderwertiger Apps.

Fasst man die Veröffentlichungsfristen zusammen, ergibt sich folgende Tabelle mit ungefähren Zeiträumen:

App Store Google Play
Für juristische Personen: DUNS-Nummer erhalten In beiden Stores dauert das 5‑30 Werktage
Für juristische Personen: Kontobestätigung 1 Woche 1 Woche
Für Privatpersonen: Kontobestätigung 2-3 Tage 3-5 Tage
Für Privatpersonen: verpflichtender geschlossener App-Test 0 (keine solche Anforderung) 14 Tage
Wartezeit auf die App-Prüfung 2-10 Tage 2-10 Tage

Insgesamt sollte man für ein Unternehmen mit etwa 4-6 Wochen rechnen, mit der Möglichkeit einer Verlängerung auf 8-10 Wochen. Für eine Privatperson dauert die Veröffentlichung im App Store, da keine DUNS-Nummer benötigt wird, etwa 2 Wochen, bei Google Play etwa 4 Wochen.

Anforderungen an die App selbst

Wie schon immer sind Abstürze, nicht übereinstimmende Screenshots, fehlende Eigenständigkeit usw. die häufigsten Gründe für eine Ablehnung im Store — im letzten Jahrzehnt sind aber viele neue Gründe hinzugekommen.

Relativ neue Anforderungen von Apple:

  • Bietet die App einen Login über ein soziales Netzwerk an, muss zusätzlich „Sign in with Apple" implementiert werden;
  • Nutzt die App Cross-App-Tracking, muss der Nutzer zuerst ausdrücklich zustimmen;
  • Möglichkeit, das Konto direkt aus der App heraus zu löschen;
  • Bei Apps mit nutzergenerierten Inhalten müssen Nutzer Inhalte melden können, damit der App-Administrator unangemessene Inhalte möglichst schnell sperren kann;
  • Werden Nutzerdaten oder -inhalte zur Verarbeitung an einen externen KI-Dienst weitergegeben, muss die App zuvor die ausdrückliche Zustimmung des Nutzers einholen. Eine bloße Erwähnung in der Datenschutzerklärung reicht nicht aus.

Bei Google:

  • Möglichkeit, das Konto auf zwei Wegen zu löschen: über die mobile App selbst und über eine Webseite.

Detaillierte Anweisungen

Das ist eine Neuerung von Apple aus den letzten Monaten. Selbst bei einer relativ einfachen App verlangen Reviewer inzwischen eine Video-Anleitung, die die wichtigsten Funktionen der App zeigt. Außerdem wird gebeten, eine Reihe von Fragen zu beantworten, die bereits während der Vorbereitung auf die Veröffentlichung gestellt wurden. Vermutlich wurde diese Maßnahme eingeführt, um die Reviewer zu entlasten — damit Entwickler ihre App noch einmal selbst auf kritische Punkte prüfen.

Künftig sollten die Antworten auf diese Fragen bei jedem Submit mitgesendet werden:

  1. A screen recording captured on a physical device, running the latest operating system, demonstrating the app's functionality. The recording must begin with launching the app and show the typical user flow through its core features. If the app has any of the following, include them in the recording:
    • Account registration, login, and account deletion flows
    • Accessing paid content or features within the app, including any purchase or subscription flows
    • User-generated content, including content reporting and blocking mechanisms
    • Any prompts requesting access to sensitive data or device capabilities (for example, location, contacts, camera, or App Tracking Transparency)
  2. A list of the device models and operating systems the app was tested on before submitting for review
  3. A description of the app's functions and target audience, including the problem it solves and the value it provides
  4. Instructions for setting up and accessing the app's main features, including any required login credentials or sample files
  5. A list of the external services, tools, or platforms the app uses to deliver its core functionality (for example, data providers, authentication services, payment processors, or AI services)
  6. Describe any regional differences in the app's features or content, or confirm that the app functions consistently across all regions
  7. If the app operates in a highly regulated industry or includes protected third-party material, provide any relevant documentation or credentials to demonstrate you are authorized to provide these services or protected material

Include this information in the Notes field of the App Review Information section in App Store Connect for future submissions.

Fazit

Früher war die Veröffentlichung einer mobilen App im Vergleich zum Gesamtprojekt eine eher unbedeutende Aufgabe. Heute muss dafür erheblich mehr Zeit eingeplant und der Kunde im Voraus über die Fristen informiert werden. Erfreulich ist, dass dem Schutz von Nutzerdaten und der Sicherheit von Inhalten immer mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt. In diesem Sinne hat die noch junge mobile Entwicklung den Webbereich sogar überholt — und möglicherweise werden manche dieser Praktiken später auch im Web umgesetzt.